Kennst du das Gefühl, dass dein Verstand eigentlich weiß, dass keine Gefahr besteht – dein Körper aber trotzdem Alarm schlägt?
Vielleicht bekommst du Herzrasen, wenn du vor anderen Menschen sprechen sollst. Vielleicht vermeidest du bestimmte Situationen, weil sie Angst auslösen. Vielleicht leidest du unter Panikattacken, Flugangst, Redeangst oder einer ständigen inneren Anspannung.
Wenn du das kennst, bist du nicht allein.
Viele Menschen leiden unter Ängsten und verstehen nicht, weshalb ihr Körper so heftig reagiert. Oft hören sie Sätze wie:
„Du musst dich einfach zusammenreißen.“
„Denk positiv.“
„Das ist doch gar nicht schlimm.“
Doch so einfach ist es leider nicht.
Angst entsteht selten im Verstand. Angst entsteht häufig dort, wo unser Gehirn belastende Erfahrungen abgespeichert hat.
Genau hier setzt EMDR an.
Was ist EMDR eigentlich?
Vielleicht fragst du dich gerade, was EMDR überhaupt bedeutet.
EMDR steht für:
Eye Movement Desensitization and Reprocessing
Übersetzt bedeutet das:
Desensibilisierung und Neuverarbeitung durch Augenbewegungen.
Entwickelt wurde die Methode von der US-amerikanischen Psychologin Francine Shapiro.
Heute gilt die EMDR-Therapie als bewährte Methode zur Verarbeitung belastender Erinnerungen, Trauma und Angststörungen.
Das klingt zunächst technisch.
Im Grunde geht es jedoch darum, dein Gehirn dabei zu unterstützen, belastende Erfahrungen neu zu verarbeiten.
Denn manchmal bleiben belastende Erinnerungen im Nervensystem gespeichert, obwohl die Situation längst vorbei ist.
Wieso können Ängste überhaupt entstehen?
Dein Gehirn hat eine wichtige Aufgabe:
Es möchte dich schützen.
Wenn du irgendwann eine belastende Erfahrung gemacht hast, speichert dein Gehirn diese Erinnerung gemeinsam mit Gefühlen, Gedanken und körperlichen Reaktionen ab.
Normalerweise werden Erlebnisse verarbeitet und eingeordnet.
Manchmal gelingt diese Verarbeitung jedoch nicht vollständig.
Dann kann es passieren, dass dein Gehirn auch Jahre später noch Alarm schlägt.
Vielleicht kennst du Situationen wie:
- Herzrasen vor Präsentationen
- Angst beim Autofahren
- Unsicherheit in Gruppen
- Panik beim Fliegen
- starke Nervosität bei Prüfungen
Obwohl objektiv keine Gefahr besteht, reagiert dein Nervensystem so, als wäre die Situation bedrohlich.
Angst bedeutet nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt
Das ist mir besonders wichtig.
Viele Menschen schämen sich für ihre Angst.
Sie glauben, sie seien schwach oder nicht belastbar genug.
Doch Angst ist zunächst einmal eine vollkommen normale Reaktion.
Dein Gehirn versucht lediglich, dich zu schützen.
Das Problem entsteht dann, wenn dieser innere Schutzmechanismus Situationen als gefährlich einstuft, die heute gar keine Bedrohung mehr darstellen.
Dann wird aus Schutz Belastung.
Und genau dort kann EMDR helfen.
Wie helfen Augenbewegungen deinem Gehirn?
Diese Frage höre ich in meiner Praxis besonders häufig.
Während einer EMDR-Sitzung folgst du mit den Augen bestimmten Bewegungen.
Alternativ können auch andere Formen der bilateralen Stimulation genutzt werden, beispielsweise das abwechselnde Antippen der Hände.
Dadurch werden beide Gehirnhälften aktiviert.
Man kann sich diesen Prozess wie eine innere Neuorganisation vorstellen.
Belastende Erinnerungen werden verarbeitet, neu eingeordnet und mit neuen Informationen verknüpft.
Die Erinnerung verschwindet dabei nicht.
Doch die emotionale Belastung kann deutlich sinken.
Viele Menschen berichten nach einer EMDR-Sitzung:
„Ich erinnere mich noch daran, aber es fühlt sich nicht mehr so schlimm an.“
Genau das ist das Ziel.
Was passiert während einer EMDR-Sitzung?
Zu Beginn einer EMDR-Sitzung sprechen wir ausführlich über dein Anliegen.
Gemeinsam schauen wir:
- Welche Angst belastet dich?
- Seit wann besteht sie?
- Gibt es eine belastende Erinnerung?
- Welche Gedanken und Gefühle tauchen auf?
Anschließend beginnt die eigentliche EMDR-Arbeit.
Während der bilateralen Stimulation beobachtest du einfach das, was in dir auftaucht.
Gedanken.
Gefühle.
Körperempfindungen.
Erinnerungen.
Dein Gehirn übernimmt dabei einen großen Teil der Verarbeitung selbst.
Viele Menschen erleben diesen Prozess als überraschend natürlich und gleichzeitig sehr entlastend.
EMDR bei Angststörungen und belastenden Erinnerungen
Nicht jede Angst entsteht durch ein großes Trauma.
Oft sind es scheinbar kleine Erfahrungen, die sich tief eingeprägt haben.
Vielleicht wurdest du früher ausgelacht.
Vielleicht hast du eine unangenehme Erfahrung in der Schule gemacht.
Vielleicht gab es Kritik, Ablehnung oder einen Moment, in dem du dich hilflos gefühlt hast.
Für dein Nervensystem können solche Erfahrungen belastend sein.
EMDR hilft dabei, diese Erinnerungen neu zu verarbeiten und emotional zu entlasten.
Dadurch verlieren sie häufig ihre starke Wirkung auf die Gegenwart.
Was passiert im Gehirn bei EMDR?
Während einer EMDR-Behandlung werden beide Gehirnhälften aktiviert.
Die bilaterale Stimulation unterstützt das Gehirn dabei, Informationen neu zu verarbeiten.
Man geht davon aus, dass dadurch ähnliche Prozesse angeregt werden wie während bestimmter Schlafphasen.
Belastende Erfahrungen können neu eingeordnet werden.
Das Gehirn erkennt:
„Die Situation ist vorbei.“
„Heute bin ich sicher.“
„Ich muss nicht mehr so stark reagieren.“
Dadurch können sich emotionale Belastungen, körperliche Reaktionen und intensive Emotionen deutlich verringern.
Für welche Ängste kann EMDR geeignet sein?
EMDR wird heute bei vielen verschiedenen Themen eingesetzt.
Zum Beispiel bei:
- Angststörungen
- Panikattacken
- Redeangst
- Prüfungsangst
- Flugangst
- Präsentationsangst
- sozialen Ängsten
- belastenden Erinnerungen
EMDR ermöglicht es häufig, festgefahrene Reaktionsmuster zu verändern und neue innere Sicherheit aufzubauen.
Du musst nicht dein Leben lang mit deiner Angst leben
Vielleicht hast du dich bereits an deine Angst gewöhnt.
Vielleicht glaubst du sogar, dass sie einfach zu dir gehört.
Doch das muss nicht so bleiben.
Unser Gehirn ist lernfähig.
Neue Erfahrungen können entstehen.
Belastende Erinnerungen können neu verarbeitet werden.
Und genau deshalb ist Veränderung möglich.
EMDR in Schleswig-Holstein – Unterstützung bei Ängsten
In meiner Praxis in Osdorf begleite ich Menschen aus Kiel, Rendsburg, Eckernförde, Hamburg und ganz Schleswig-Holstein.
Viele meiner Klientinnen und Klienten kommen zu mir, weil sie sich mehr innere Ruhe, Sicherheit und Freiheit wünschen.
EMDR ist eine schonende und bewährte Methode, um belastende Erinnerungen neu zu verarbeiten und die emotionale Belastung zu reduzieren.
Denn du bist deiner Angst nicht hilflos ausgeliefert.
Manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo dein Gehirn lernt, Vergangenes neu einzuordnen und loszulassen.
Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen.
Deine Petra
Hier gibt es mir zum Thema: https://audentes-coaching.com/blog/


